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Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 18:20 Uhr

Ein Krisensicherer American Dream.

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Review | Kritik | Bewertung
The Company Men (2011)

logo-lovefilmBewertung: 4 von 6
Studio: Universum Film
www.companymenmovie.com

Langsam kommt die Finanzkrise auch in Hollywood an. Nicht nur finanziell, sondern auch thematisch. Regisseur und Drehbuchautor John Wells lässt in The Company Men den Großkonzern GTX in die Pleite laufen und erzählt von den Schicksalen einiger beteiligter Manager. Am Hungertuch nagen diese zwar nicht, aber auch sie verspüren einen massiven Druck. Im Mittelpunkt von The Company Men steht Bobby Walker (Ben Affleck). Der kommt gerade vom Golfplatz und klopft Sprüche über sein Handicap, als er ins Büro der allseits verhassten Personalchefin Sally Wilcox (Maria Bello) gerufen wird. Dort wird im kurz und bündig erklärt, dass er sich einen neuen Job suchen muss.


Währenddessen muss GTX-Mitgründer Gene McClary (Tommy Lee Jones) feststellen, dass man ihn eiskalt übergangen hat und tausende an weiteren Stellen in seiner Abteilung gestrichen wurden. Sein Freund und langjähriger Wegbegleiter Phil Woodward (Chris Cooper) steht deshalb kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil er sich als nächster in Sallys Büro wähnt. Wells betrachtet in seinem Film eine große Zahl von Einzelschicksalen und webt immer wieder Querverbindungen zwischen den Figuren ein. Dabei steht ihm eine starke Truppe an Schauspielern zur Verfügung. Neben den alten Haudegen Tommy Lee Jones und Chris Cooper macht auch Ben Affleck als absteigender Yuppie, der seine neue Situation lange verleugnet, eine gute Figur. So versucht Bobby noch nach Wochen Haus, Porsche und die Xbox seines Sohnes zu halten, während seine Frau bereits dabei ist, sich für den Ernstfall zu rüsten und Angebote für das Haus vergleichen will.

movie-companymenIrgendwann holt die Realität aber auch Bobby ein und er muss dabei zusehen, wie alle seine Statussymbole langsam aber sicher verschwinden. Schließlich landet er wieder in seinem Elternhaus und beginnt für seinen Schwager Jack Dolan (Kevin Costner) auf dem Bau zu arbeiten. Jack ist natürlich Kritiker des bestehenden Wirtschaftssystems und Bobby muss sich manchen dummen Spruch anhören. Aber er lernt etwas über den Zusammenhalt der Arbeiterklasse und dass sie mindestens so schwer arbeiten wie die Manager oben, nur eben ohne Porsche und Villa. Das ist aber nicht die einzige Vorhersehbarkeit. Allzu oft setzt Wells auf Althergebrachtes: neben Bobby ist da vor allem die Figur des Gene - ein netter, älterer Herr, der sich für seine Arbeiter einsetzt. Leider bleibt auch er etwas blass, sieht man doch nicht mal einen einzigen der Gefeuerten. Seine Affäre mit Sally, die dadurch ein paar Sympathiepunkte gewinnt, scheint dabei ebenfalls wie aus dem Lehrbuch kopiert. Das sein kritisches Engagement durch die Ruchlosigkeit des restlichen Managements beflügelt wird, ist ebenfalls wenig überraschend. Das wird dann aussagekräftig in Szene gesetzt, wenn der Vorstand sein eigenes Stockwerk im neuen, noch unfertigen Hauptsitz begutachtet, bar jeder Realität für die Finanzkrise und ohne schlechtes Gewissen für die entlassenen Arbeiter.

Der Selbstmord seines Freundes Phil gibt ihm dann den letzten Schubs in die richtige Richtung. Nachdem der American Dream erstmal auseinander genommen und die Oberen etwas kritisiert wurden, kommt das hoffnungsvolle Ende, wenn Gene zu seinen Wurzeln zurückkehrt und eine neue Firma aufmacht. Der geläuterte Bobby ist einer seiner ersten Angestellten. Der American Dream steigt wieder wie ein Phönix aus der Asche! So klischeehaft das klingt, muss man Wells doch zu Gute halten, dass er die Grenze dorthin nicht so oft überschreitet, wie man anfangs noch befürchtet. Das ist vor allem der Erzählperspektive, die einen etwas anderen Blickwinkel einnimmt, geschuldet. Die Krise aus der Sicht von leitenden Angestellten ist mal etwas anderes, als man es bei Filmen mit Kapitalismuskritik erwartet. Leider sind die Figuren oft etwas eindimensional, was man aber nicht den Schauspielern vorwerfen kann.



redakteur-sven

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Sven Sauerhammer ist der Meinung...
Ein Film über die Folgen der Finanzkrise, ohne eine entlassene Person aus der Arbeiterklasse. Das ist zumindest mutig. Immerhin geht es den Figuren aus The Company Men nicht so schlecht, wie manch anderen, der von der Krise getroffen wurde. Gerade deshalb ist der Film aber sehenswert. Man bekommt mal einen etwas anderen Blickwinkel serviert. Leider steht vor allem die recht hohe Anzahl an Charakteren einer tiefgründigeren Analyse von Einzelschicksalen im Weg. Diverse Längen sorgen dann auch noch für ein Gähnen. Daher reicht es sicher nicht für die Spitzenklasse. Aber seine Rendite bekommt der Filmliebhaber trotzdem.

 
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