Rock - Alternative
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Mittwoch, 28. Dezember 2011 um 15:55 Uhr

Da bleibt kein Wifebeater mehr blütenweiß...

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Review | Kritik | Bewertung
The BossHoss - Liberty Of Action (2011)

Liberty of Action (Special Deluxe Version) - The BossHossBewertung: 4 von 6
Label: Universal
www.thebosshoss.com

Sollte sich tatsächlich noch jemand fragen, wer die beiden Herren links von Xavier Naidoo sind, die noch unbekannte Gesangstalente im Rahmen des neuen Castingshowprinzips The Voice Of Germany coachen möchten, wird bisher vermutlich keines der mittlerweile mit Kultstatus versehenen Alben der Berliner Bandformation von The BossHoss gehört haben. Die eigentliche Erfolgsgeschichte der Hauptstadt Cowboys begann 2005 mit dem Debütalbum Internashville Urban Hymns, auf dem sie „erstmals große Hits aus Pop, Rock und HipHop in ihrem unverwechselbaren Urban Country Style coverten“.


Das Erfolgsrezepte wurde auf Do Or Die (2009) oder Low Voltage (2010) konsequent fortgeführt, bis es die letzten eineinhalb Jahre etwas ruhiger um The BossHoss wurde. Nicht zwangsläufig als neue Identitäts-, sondern vielmehr kreative Ideenfindung sattelte man zwischenzeitlich die Pferde und begab sich nach Texas, um zu merken, dass man musikalisch mehr zu bieten hat, als man von einer spaßorientierten Coverband internationalen Formats erwarten könnte. Mit selbstkomponiertem Songmaterial im Gepäck trat man dann die Heimreise an die Spree an und präsentiert nun voller Stolz das bislang sechste und wohl aufregendste Studioalbum Liberty Of Action einem Publikum, das auch über Cowboyhut und stiefeltragende Naturburschen hinaus mit Sicherheit weitere Kreise ziehen wird.

act-bosshossDas darauf verarbeitete Einflussspektrum erscheint umfangreich: „von Country über Punkrock, Rockabilly, Blues und Pop bis hin zu Funk oder Calypso“ ist laut Pressetext die „stilistische Spielwiese“ noch längst nicht vollständig abgegrast und The BossHoss laden weiterhin unerschrocken zum klanglichen Bullenritt ein, gleichwohl man sich als Hörer zu jeder Zeit der Gefahr bewusst sein sollte, jeden Moment schmerzhaft abgeworfen zu werden. So ein wilder Country-Mix ist schließlich nicht jedermanns Sache... Ich für meinen Teil war anfangs etwas skeptisch, ließ mich dann aber insbesondere vom Drive schnellerer Nummern auf Liberty Of Action begeistern. Die erste Singleauskopplung Don't Gimme That ist gewiss eine davon und genießt dank funky Soundanlehnung im Hintergrund vollkommen zu Recht die aktuelle Aufmerksamkeit der Radiostationen. Mit traditionellerem Countryeinschlag tönt dann wieder einmal die Mundharmonika zum entspannten Vibe von Live It Up, während man sich gerade im Refrain ein wenig an die Unbeschwertheit von Naughty By Nature erinnert fühlt.

Die Antworten auf alle (Lebens-)Fragen haben Alec „Boss“ Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer mit Sicherheit nicht zu bieten, dafür aber allerhand gute Unterhaltung. Der mitreißende Song I Keep On Dancing ist ein guter Beleg dafür und gibt ein ordentliches Tempo vor. „I'm a starlight junkie and I follow the Beam / I'm a pound dude and I feel like a king / I've got my mind made up, wanna ride my truck / got a run of luck and there ain't no stop.“ Auf musikalische Kompromisse gehen The BossHoss auch auf ihrem neuen Album gar nicht erst ein und beschreiten unbeirrt ihren Weg. Da wird beispielsweise in Still Cray 'bout Elvis eine echte Rock'n'Roll Legende zitiert, statt reiner Huldigungsarien gibt man sich aber lieber selbst lobende high five Glückwunschbekundungen (Hayday). Mit Sex On Legs kann ich persönlich weniger anfangen, nicht mit der Thematik als solche, das gewiss nicht, aber mehr als ein verschmitztes Lächeln mag einem der belanglos mittelmäßige Track nicht an Emotionen abringen. Dann doch lieber lässig das Tanzbein schwingen zu Songs der Sorte Riding High, Singing Low, bevor mit Run Run Devil ein kleines Rock-Feuerwerk gegen Ende der Platte gezündet wird.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Die aktuelle Popularität der Jungs von The BossHoss kommt nicht von ungefähr... Wahren Kultcharakter haben sich die Berliner Cowboys schon länger gesichert, mit ihrem momentanen TV Engagement für The Voice Of Germany dürfte sich aber der ein oder andere Interessent mehr für ihre Musik finden lassen. Das neue Studioalbum Liberty Of Action ist dabei ein guter Beleg ihres Könnens, diesmal mit eigenen Kompositionen und wie gewohnt allerhand Abwechslung. Nicht nur etwas für waschechte Countryfans.

 
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