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Samstag, 31. Dezember 2011 um 13:22 Uhr

Altes Eisen neu verpackt.

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Review | Kritik | Bewertung
Scorpions - Comeblack (2011)

Comeblack (Special Edition) - ScorpionsBewertung: 2,5 von 6
Label: Sony Music
www.the-scorpions.com

Nach 46 Jahren weltweiter Erfolge fiel 2010 schließlich der Vorhang für eine legendäre Band aus deutschen Landen – die Scorpions, die über Dekaden hinweg als Inbegriff von Krautrock und massentauglichen Gitarrenklängen galten, veröffentlichten ihr letztes Studioalbum Sting In The Tail und begannen ihre für zwei Jahre angesetzte weltweite Abschiedstour. Als letztes Betthupferl sollte zudem ein finales Best-of-Album veröffentlicht werden, das in leicht abgewandelter Form nun auch tatsächlich erschienen ist.


Auf Comeblack spielen die hannoveraner Rockveteranen sieben ihrer größten Hits neu ein und packen noch einige Coversongs quer durch die Rock'n'Roll Hall of Fame dazu. Sammler wird's freuen, aber welche Zielgruppe spricht dieses Paket eigentlich sonst noch an? Den Reigen der Best-of-Songs eröffnet das schwer groovende Rhythm Of Love und lässt schon nach ein paar Takten erkennen, dass 20 Jahre Fortschritt in der Produktionstechnik einem Song auch mal gut tun kann – wer das Original nicht kennt und liebt, dem werden die klare Abmischung und der kräftigere Gesang der Neuauflage vielleicht gar mehr zusagen als die Ur-Version von 1988.

act-scorpionsAnsonsten gestalten sich die Änderungen innerhalb der Neueinspielungen eher bescheiden. Rock You Like A Hurricane, Still Loving You und natürlich der unvermeidliche Wind Of Change lassen bis auf abermals etwas aufgebohrten Gesang wenig Neues erkennen. Nach der ein wenig überschaubaren Best-of-Partie läutet die zweite Hälfte des Albums den Auftritt von sechs Coversongs von den Beatles über Gloria Jones bis T-Rex und den Rolling Stones ein. Diese erweisen sich entgegen aller Hoffnungen als recht überflüssiger Aufguss, der musikalisch tatsächlich nur den Hardcore-Fan hinter dem Ofen hervorlocken wird – wie eine sleazige Gitarrenversion von Tainted Love klingen kann, hat schließlich vor einigen Jahren Marilyn Manson schon weitaus effektiver gezeigt. Die weiteren Cover Across The Universe oder Children Of The Revolution entpuppen sich zudem als noch uninteressanter, da sich innerhalb des gleichen Musikgenres wie die jeweiligen Originale bewegt wird und eine individuelle Note der Scorpions konsequent fehlt.

An sich ja ein hübsches Abschiedsgeschenk, das die unumstritten erfolgreichste Rockband Deutschlands ihren Fans hier zu machen gedenkt, allerdings ist mir nicht ganz klar, an wen sich Comeblack denn nun richten soll. Wer bisher mit den Scorpions wenig am Hut hatte und sich einfach einen musikalischen Querschnitt durch die Bandgeschichte wünscht, für den fallen die sieben Originaltracks ein wenig arg mager aus. Fans hingegen finden neben den recht lieblos wirkenden Coversongs kein neues Scorpions Material und werden über die neueingespielten Versionen ihrer geliebten Hits bestenfalls die Nase rümpfen.



redakteur-andreas

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Andreas Ljubisic ist der Meinung...
Zielgruppe verfehlt. Ohnehin wirkt Comeblack eher wie eine B-Seiten-Sammlung aus den guten alten Vinyltagen – verdammt retro, aber ohne großen Mehrwert. Insgesamt lässt sich hier also nur eine Kaufempfehlung an beinharte Scorpions Sammler aussprechen; oder an Zeitgenossen, die wirklich noch überhaupt keinen Kontakt zu dieser Band hatten und noch nie den Wind Of Change im Radio pfeifen gehört haben. Ob in eine Höhle auf dem Mond allerdings geliefert werden kann, ist jedoch fraglich.

 
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