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Sonntag, 01. Januar 2012 um 17:44 Uhr

Nacktheit ist wohl nur ein Gefühl.

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Review | Kritik | Bewertung
Aura Dione - Before The Dinosaurs (2011)

Before the Dinosaurs (Special Version) - Aura DioneBewertung: 4,5 von 6
Label: Universal
www.auradione.com

Wer wohl für dieses provokante Covershooting in den sauren Apfel beißen musste?! Meiner Einschätzung nach die Künstlerin selbst, denn nach überschwänglich lobenden Worten für ein außergewöhnlich vielversprechendes Debütalbum namens Columbine (2008) scheint die dänische Singer-Songwriterin Aura Dione bereits mit dem zweiten Werk Before The Dinosaurs an einem Punkt angekommen zu sein, an dem es nicht mehr reicht, einzig mit stimmlichem Talent zu glänzen. So verkauft diese neben ihren Tonträgern am besten gleich noch ihren Körper mit, wie so manche Frau innerhalb des Redaktionsteams als erste Reaktion spöttisch anmerken musste.


„Sie selbst fühle sich jedoch wesentlich nackter, wenn sie ihre größtenteils sehr persönlichen Songtexte präsentiert, als wenn sie unbekleidet auf Pressefotos zu sehen wäre“, beteuert Aura Dione. Kann man(n) ihr nun glauben oder als PR trächtiges Mittel zum Zweck erhöhter Aufmerksamkeit entlarven, wichtig ist letzten Endes der Inhalt ihres neuen Albums Before The Dinosaurs und da scheiden sich die Geister des guten Geschmacks. Kritiker sind sich ferner uneinig, ob sie einfach nur traurig aufgrund ungenutzten künstlerischen Potenzials, skeptisch wegen manipulativer optischer Ablenkungsversuche oder schlichtweg vernichtend in ihren mehr oder minder professionellen Urteilsvermögen argumentieren sollen.

act-auradioneEine allzu große Rolle für den Erfolg oder Misserfolg der Platte wird es zur allgemeinen Beruhigung jedoch nicht spielen, denn schließlich lässt das Publikum, besser gesagt die tatsächliche Zielgruppe Aura's (musikalischer) Anstrengungen eine umstrittene Singleerscheinung wie Geronimo in die Charts und nicht der geistreiche Kollegenkreis. Eine Meinung darf man sich trotzdem bilden... So ist es nicht zwangsläufig verständlich, welches Geheimrezept der Produktionsarbeit von David Jost & DamienDamien einen dem Grunde nach wild vor sich hin gejodeltes Geronimo zu einem solchen Ohrwurm werden lässt. Hier wäre tatsächlich interessant, wie sich das Original, welches eben nicht auf dem Album enthalten ist, anhören würde. Vielleicht ähnlich reduziert und mit melancholischem Unterton wie ein gefühlvolles Reconnect im direkten Anschluss oder gar in bester Musical Tradition für die nächstbeste tief traurig ergreifende Liebestragödie geeignet sowie das gehaltvolle Into The Wild. Ihr „Meisterstück“ liefert Aura Dione jedoch erst im weiteren Verlauf des Albums ab, denn auch wenn sich thematisch vieles um dieselbe Sache dreht und zwar unterschiedliche Verarbeitungstaktiken eines immergleichen Trennungsschmerzes zum Tragen kommen, so scheinen die jeweiligen Nebenwirkungen doch eine ähnliche Vielseitigkeit vorzuweisen, wie Aura Dione's Songkonzepte.

Aus anfänglicher Verletzlichkeit kann auch immer neue Stärke hervorgehen, wie der Track Where The Wild Roses Grow aufzeigt. Größtes Potenzial für einen weiteren Chartstürmer hat mit Sicherheit der leicht patriotisch angehauchte Song America mitsamt mehrstimmigem Gesangschor im Hintergrund: „If you make it america / you can make it anywhere.“ Wie recht sie doch hat... Auf die Idee, zu behaupten „man wäre bereits vor dem Urzeitgetier auf der Welt gewesen und hätte lediglich Gitarrespielen geübt“, muss eine Künstlerin dann wiederum erst einmal kommen und Aura Dione befindet sich mit Before The Dinosaurs zurückversetzt in ihre Fantasiewelt des viel geschätzten Columbine, womit die Welt wieder ein Stück besser erscheint.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Was den Geist anregen soll, muss nicht immer mit optischen Gefälligkeiten einhergehen, auch wenn sich die Menschheit seit Jahrhunderten von schönen Dingen magisch angezogen fühlt. Im Falle von Aura Dione könnte man nun spekulieren, ob es überhaupt nötig gewesen wäre, den Hörerkreis mit nackten Tatsachen zu locken, schließlich hätte es die dänische Sängerin mit der besonderen Stimme und ausgefallenen musikalischen Fantasien nicht unbedingt nötig, selbige in eine leicht schlüpfrige Richtung zu lenken. Wirklich schön ist nicht zwangsläufig, was der Masse gefällt, warum also mit Before The Dinosaurs um jeden Preis anbiedern?

 
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