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Montag, 23. Januar 2012 um 18:59 Uhr

Nach der Party gehen die Lichter aus...
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Review | Kritik | Bewertung
T-Pain - Revolver (2011)

rEVOLVEr (Deluxe Version) - T-PainBewertung: 3,5 von 6
Label: RCA
www.t-pain.net

Wer mit dem Begriff Autotune nicht viel anzufangen weiß, hat vermutlich einen Trend verpasst, der eigentlich schon längst keiner mehr ist, was aber wenig ausmacht, denn vielen Musikacts die jetzt erst jene oft stark überzeichnete nachträgliche Tonhöhenkorrektur für sich entdeckt haben, geht es da nicht anders. Einer der ersten, der (mal abgesehen von einer gewissen Cher) mit dem Soundeffekt liebäugelte und sich auch heute noch als überzeugter Wiederholungstäter zeigt, ist der US-amerikanische R'n'B-Sänger und ebenso erfolgreiche Musikproduzent T-Pain.

Nicht umsonst zählt der Mann aus dem Sonnenstaat Florida als heiß begehrter Featuregast in der Branche. Aus der Zusammenarbeit mit beispielsweise Kanye West, Pitbull, Chris Brown, Snoop Dogg oder Jamie Foxx entstanden zahlreiche nennenswerte Chartkracher, darunter auch einige Nummer Eins Hits in den amerikanischen Billboard-Charts und T-Pain wurde bereits mit zwei Grammys ausgezeichnet. Ob man nun die kleine „Schaffenspause“ seit seinem letzten Release wirklich als solche bezeichnen soll, bleibt fraglich, denn böse Zungen behaupten, er hätte für die Veröffentlichung seines neuen Albums Revolver im Zuge rückläufiger Plattenverkäufe „einfach einen günstigeren Zeitpunkt abgewartet“.

act-tpainAuf das darauf enthaltene Songmaterial wäre er schließlich besonders stolz und betont seine neu entdeckte Vielseitigkeit in musikalischer Hinsicht. Ob wir aber von einer (wie mit der Albumtitel-Spielerei suggeriert) konkreten Weiterentwicklung sprechen kann, derlei Gedanken schießen einem nicht zwangsläufig durch den Kopf, wenn man sich in der ersten Hörprobe befindet. T-Pain liefert auf Revolver dem Grunde nach jene R'n'B/HipHop-Kost ab, die man im Vorfeld von der Platte erwartet hatte. Innovation demnach Fehlanzeige. Natürlich gibt es mit Bang Bang Pow Pow gefeatured von Lil' Wayne wieder einmal eine bestens funktionierende Clubhymne, der man sich nur noch schwer entziehen kann. In eine ähnliche Richtung schlagen die Regler der Musikanlage bei Bottlez und Look At Her Go mit der Unterstützung von Chris Brown, beides wahrlich erstklassige BBoy Streetdance Battlevorlagen, die höchstwahrscheinlich den nächstbesten Hollywood Tanzstreifen für eine junge Zielgruppe bereichern werden.

Weniger gefallen finde ich persönlich ganz klar an solch seicht schmutzigen Liebesanfällen (nennen wir es einfach einmal so) wie etwa Default Picture oder Sho-Time (Pleasue Thang), denn wenn man mal ehrlich sein soll, interessiert einen herzlich wenig, dass sich der werte Herr Faheem Najm seine sexuellen Gespielinnen gerne im Internet aufsucht und diese dann später T-Shirt und Slip tragend auf seiner Couch Platz nehmen lässt. Sein lyrisches Bekenntnis zu dicken Hinterteilen in Rock Bottom klingt dann gar so, als ob ein gewisser R.Kelly für seine „speziellen Lovesongs“ nun auch Autotune für sich entdeckt hätte. Das Original lässt so etwas nicht unkommentiert und begleitet T-Pain gesanglich sogar noch auf dem Track Center Of The Stage. Man könnte bei derlei cheesyness glatt vor Scham erröten und ein wenig genervt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, kann aber nicht ganz verleugnen, dass mit dem Best Love Song und einer weiteren krachenden Tanznummer wie Turn All The Lights On das leider durchwachsene Album Revolver auch seine Höhepunkte bereithält.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Eigentlich fehlt T-Pain's neuem Album Revolver vor allem eines: der rote Faden. Die darauf enthaltenen 12 Tracks wirken relativ bunt und wahllos zusammengewürfelt und während die clubtauglichen Tanznummern mit entsprechender Lautstärke präsentiert ihre animierende Wirkung wohl kaum verfehlen werden, schlafen einem beim Rest des Albums nicht nur die Füße ein, sondern entwickelt sich ein leichter Brechreiz aufgrund penetranter Belanglosigkeit mit unweigerlichem Fremdschäm-Faktor. Da hilft dann auch der ganze Autotune Zinnober nichts mehr...

 
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