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Games - PC
Sonntag, 29. Januar 2012 um 17:29 Uhr

Eigentlich gute Romanvorlage, aber schlechte Spielumsetzung.

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Review | Kritik | Bewertung
A Game of Thrones: Genesis (2011)

logo-gameworldBewertung: 0,5 von 6
Hersteller: dtp Entertainment
www.agot-genesis.com

Das Computerspiel zur gleichnamigen neuen HBO Fernseh-Serie in den USA (die in Deutschland aber erst im Herbst 2012 auf RTL2 ausgestrahlt werden soll) folgt der epischen Romanvorlage von George R. R. Martin. Das preisgekrönte Epos mit den 4 Romanen macht zunächst neugierig auf das Spiel. Es handelt sich um ein Echtzeit-Rollenspiel mit vielen Strategieelementen. A Game of Thrones: Genesis hat eine Third-Person Engine und geleitet den Spieler als Oberhaupt eines der Adeligenhäuser durch die Fantasywelt von Westeros, in der das Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ (The Song of Ice and Fire) spielt.


Hier liegt auch schon das erste Problem dieses Merchandising-Produkts: Wer weder den ersten Roman zur Vorlage gelesen hat oder sich aktuell die Serie anschaut (die wohlgemerkt in Deutschland noch nicht ausgestrahlt wurde) findet sich in der fiktiven Welt nicht wirklich schnell zurecht. Darüber hinaus leitet den potentiellen Käufer das Wort „Fantasy“ doch etwas in die Irre: Es kommen so gut wie keine übernatürlichen Fähigkeiten, Kreaturen oder Effekte vor! Wer sich von Fantasy etwa Elfen, Orks, Magier oder sonstige magische Monster erwartet, wartet darauf leider vergebens.

game-gameofthronesDie Rollenspiel- und Strategieelemente sind enttäuschend: dem Spieler werden so wichtige Spielelemente, wie Aufbau von Stützpunkten, Expansion und Makro-Management schlichtweg nicht geboten. Das Spiel orientiert sich sklavisch an der Romanvorlage. Man kann also keine neuen Städte oder Lager gründen. Stattdessen nimmt man nur die Rolle eines der Herrscher an und versucht sich durch geschicktes Paktieren das Einkommen zu sichern und Truppen auszuheben. Dieses Spielprinzip hat zwar ihren Reiz, doch das Ränkeschmieden der KI ist schnell durchschaut. Im Multiplayermodus kann man per Steam im Internet gegen menschliche Spieler antreten – die gibt es aber kaum. Insgesamt zeichnet sich das Spiel A Game of Thrones: Genesis, welches sich im Roman durch recht viel Action, Schwerter und Krieger in einer Art hohem Mittelalter darstellt, erstaunlich wenig durch diese Qualitäten aus. Hauptsächlich geht es darum, sich durch Verträge, Intrigen und „Strategie“ die Loyalität der umliegenden Dörfer zu sichern, um so seinen Gegner zu bezwingen.

Der echte Kampf mit Militäreinheiten spielt eine eher untergeordnete Rolle – was nicht zuletzt an der Engine und dem Design der Figuren geschuldet ist. Die Welt wirkt wenig athmosphärisch, die Figuren haben keinen eigenen Charakter und einen Spannungsbogen sucht man vergebens. Leider fehlen auch die Zwischensequenzen, Filme, Animationen welche die Story anschaulicher machen würden, wie bei anderen Spielen in diesem Genre (Diablo II oder World of Warcraft beispielsweise) längst üblich ist. Es verwundert also auch nicht, dass es keine Demo oder einen ausführlichen Trailer zum Spiel gab, versteht es sich doch lediglich als liebloser Teil der Medien-Merchandising-Maschinerie.



redakteur-firat

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Firat Ceylan ist der Meinung...
Insgesamt ist A Game of Thrones: Genesis ein eher unterdurchschnittliches Lizenzspiel. Nur den Kennern der Bücher mag die Vorgeschichte von Westeros einen gewissen Reiz bieten. Was im Buch als auch der Serie den Leser und Zuschauer fesselt, fehlt hier fast vollständig. Wie sollen Spieler sich in der Welt zurechtfinden und einen Antrieb in der Geschichte entwickeln, wenn das Spiel selbst keine spannende Story erzählen kann? Wir sprechen hier ganz klar keine Empfehlung aus, erst Recht wenn der ganze „Spaß“ noch 40 Euro kosten soll.

 
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