DVD
Drucken E-Mail
Movies - DVD
Dienstag, 07. Februar 2012 um 18:55 Uhr

Ein schwerer Verlust des guten Geschmacks.

dvd-bereavement

Review | Kritik | Bewertung
Bereavement (2012)

logo-lovefilmBewertung: 1 von 6
Studio: Universum Film
www.universumfilm.de

Hätte die gute Allison Miller (Alexandra Daddario) doch in der Schule den Erläuterungen ihres Lehrers zur menschlichen Verhaltenstheorie besser Gehör geschenkt, anstatt verträumt aus dem Fenster zu schauen, ihr wäre vermutlich einiges an Schmerzen und Leid erspart geblieben... So weist dieser doch eindringlich darauf hin, dass Kinder oftmals durch jene Umgebung und selbstverständlich erwachsene Vorbilder lernen und auch gewisse Punkte (un)bewusst imitieren.


Allison selbst ist jedoch zu sehr mit ihrer Trauer und den veränderten Lebensumständen nach dem Tod ihrer Eltern beschäftigt. Die siebzehnjährige Teenagerin muss gezwungenermaßen zu ihrem Onkel Jonathan (Michael Biehn) und dessen provinzieller Kleinfamilie irgendwo am amerikanischen Arsch der Welt (man verzeihe mir diesen saloppen Begriff) ziehen und läuft sich als Langstreckensportlerin die Sorgen vom Leib, um den Kopf zwischendurch wenigstens ein bisschen freizubekommen. Bei einem ihrer Läufe entdeckt sie einen kleinen Jungen, der sie von einem stillgelegten Fabrikgelände aus beobachtet.

movie-bereavementBei dem seltsamen Jungen handelt es sich um den mit sechs Jahren entführten Martin Bristol (Spencer List), der von seinem schizophrenen Peiniger Graham Sutter (Brett Rickaby) in den verlassenen und unheimlichen Gemäuern des familiären Schlachthauses festgehalten wird und mit ansehen muss, wie dieser ein weibliches Opfer nach dem nächsten vor seinen kindlich beeinflussbaren Augen auf grausame Weise quält und ermordet, weil sie nicht reinen Gewissens sind und er damit eine wertvolle Aufgabe höherer Mächte verrichtet. Die panischen Schreie verstummen in der Weitläufigkeit der Landschaft, die von Regisseur Stevan Mena in vielen Bildeinstellungen teilweise faszinierend, dann aber doch wieder ein Stück weit beängstigend in Szene gesetzt werden. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn der nächste Nachbar mehrere Meilen entfernt wohnt. So braucht der Film Bereavement gut und gerne ein Weilchen, um alle beteiligten Charaktere vorzustellen, bis das Unausweichliche passiert und Allison ihre drängende Neugierde nur so stillen kann, indem sie furcht- und gedankenlos in den heruntergekommenen Kellerräumlichkeiten des einstigen Schlachthofs herumstöbert, um nach dem kleinen Jungen zu suchen.

Natürlich nimmt der geisteskranke Sutter auch sie gefangen und es beginnt ein Kampf ums nackte Überleben, bei dem sich einige Akteure weitestgehend irrational und dämlich agierend mehr oder minder wie lammfrommes Rindvieh in den sicheren Tod stürzen. An manchen Stellen muss man sich schon vor Empörung an die Stirn klatschen, wenn die nächstbeste vollbusige Dorfschönheit das blutige Messer (mit dem sie ihren bösen Widersacher wenigstens ein bisschen verletzen konnte) lieber zur Seite legt um mal kurz mit dem Telefon am Ohr in der Speisekammer  nachzusehen, ob da wohl jemand mit Ketchup an den Händen die Türklinke aus Versehen verschmutzt haben könnte. Das Prinzip dürfte spätestens seit Scream bestens bekannt und in vielen vielen vielen anderen Horrorfilmen unlängst ausgelutscht sein.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Auch wenn der unterdurchschnittliche Horrorstreifen Bereavement zwanghaft versucht, eine Art psychoanalytische Erziehungsmaßnahmen abzugeben, scheitert er schon im ersten Moment an der relativ plumpen Aufmachung seiner selbst. Streng genommen interessiert man sich zu keiner Sekunde des Films für die jeweiligen Einzelschicksale und letzten Endes bleibt festzuhalten, dass man sich die 99 Minuten zeitlicher Investition für Bereavement durchaus hätte sparen können.

 
Joomla templates by a4joomla