Kein Puls? Kein Problem für Dylan Dog.

Review | Kritik | Bewertung Dylan Dog: Dead Of Night (2012)
Bewertung: 4 von 6 Studio: Studiocanal www.studiocanal.de
Als Privatdetektiv zieht Dylan Dog (Brandon Routh) den Ärger so manchen Ehebrechers auf sich, zeigt sich allerdings den dramaturgischen Drohgebärden gegenüber relativ gelassen und selbst bei vorgehaltener Schusswaffe keine Spur von Angst. In der Vergangenheit hatte er es schließlich mit ganz anderen Furcht einflößenden Geschöpfen der Nacht zu tun. Damit hat er eigentlich abgeschlossen, denkt er zumindest. Doch jene Zeiten, als er rechtschaffener Vermittler zwischen den unter uns unbemerkt existierenden (friedlichen) Zombies, Vampiren und Werwölfen war, holen ihn schneller wieder ein, als er seinen frühzeitigen Ruhestand genießen kann.
Bei seinen Ermittlungen in einem mysteriösen Mordfall an einem Antiquitätensammler lernt er dessen Hilfe suchende Tochter Elisabeth (Anita Briem) kennen und findet erste Indizien für eine tödliche Werwolfattacke. Kurz darauf segnet auch noch sein redseliger Assistent Marcus (Sam Huntington) das Zeitliche und Dylan Dog ist unweigerlich zurück im Geschäft. Er sucht alte Bekannte unter den Lykanern auf, denn seine Hauptverdächtige ist die Tochter des Rudelführers Gabriel (Peter Stormare), der ein erfolgreiches Schlachtunternehmen in New Orleans leitet. Zunächst aufgebracht über die Vorwürfe, muss dieser kurze Zeit später die Ermordung seiner geliebten Zoe verarbeiten und wieder einmal scheint ein Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen vorprogrammiert.
Offensichtlicher Drahtzieher hinter den Kulissen könnte der nach uneingeschränkter Macht strebende Vargas (Taye Diggs) sein, ein einflussreicher Nachtklubbesitzer und Anführer der Vampirgesellschaft, aber noch fehlen Motiv und Beweise. Richtig skurril beginnt die Welt von Dylan Dog (basierend auf einer Comicvorlage) zu werden, als er seinen Freund Marcus putzmunter aus dem örtlichen Leichenschauhaus abholt, ihm in einem sonderbaren Laden für gebrauchte Körperteile einen neuen Arm besorgt, zu dessen neuen Lebensumständen, Essgewohnheiten sowie Pflegetipps aufklärt und Marcus total überfordert erst einmal eine Zombie-Selbsthilfegruppe aufsuchen muss. Tatsächlich sind die Zombiewesen in diesem Streifen keine triebgesteuerten Menschenfresser, sondern eher sympathische Feiglinge, die angepasst unter uns wandeln. „Weißt Du was das Gute daran ist, ein Untoter zu sein? Dass Du nie wieder joggen musst.“ Auch mal eine interessante Abwechslung zu sonstigen Horrorfilmklischees...
Ganz im Stile eines furchtlosen Dämonenjägers bahnt sich Dylan Dog seinen Weg durch wahre Horden an unterschiedlichen Gegnern, kann dabei als Mensch zwar nicht auf übernatürliche Fähigkeiten zurückgreifen, weiß sich aber mit den richtigen Hilfsmitteln durchzusetzen, so dass man beinahe nie wirklich Sorge um ihn haben muss. Manchmal ein bisschen langatmig geraten, lebt der Film aber in erster Linie von seinen komischen Momenten und den witzigen Dialogen, die jene ansonsten recht passablen Actionszenen wunderbar auflockern. Insgesamt also ein empfehlenswerter Horror-Action-Comedy-Streifen zwanglos als nette Abendunterhaltung.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Alexander Riede ist der Meinung... Van Helsing war gestern... Ein neues Zeitalter braucht auch moderne Helden und der charismatische Dylan Dog erfüllt diese Rolle nach anfänglichem widerstreben gerne mit dem nötigen Elan und ausreichend Durchschlagskraft. Als einstiger Vermittler zwischen den Fronten wird er von den Werwölfen, Vampiren und Zombies als eine Art Dämonenjäger respektiert und gefürchtet. Ob er aber nun eine kriegerische Auseinandersetzung und den Untergang der Menschheit verhindern kann, bleibt lange Zeit ungeklärt. Oder ist er selbst nur Teil eines Plans trügerischer Machtgier? Antworten gibt nur der Film.
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